Vanille ist nicht das casagusta Kerngeschäft. Wir handeln selten damit. Gerade kam aber eine Anfrage bei uns herein, so dass wir uns wieder damit beschäftigt haben. Der aktuelle Großhandelspreis von Bio Vanille: ca. 600 Euro/kg. Silber kostet im Moment 545 Euro/kg. Weil es so extrem ist und so exemplarisch für das, was wir in geringeren Ausprägungen auch bei anderen Lebensmitteln erleben, wollte ich ein paar Sätze darüber verlieren.

Seit einigen Jahren kann man beobachten, dass es immer öfter Ausreißer bei Lebensmittelpreisen gibt. Das liegt an:
– Missernten
– erhöhter Nachfrage nach bestimmten Lebensmitteln
– Spekulationen

Der Vanillepreis war vor 5 Jahren relativ niedrig. Ungefähr 90 Euro pro kg Bio Vanille. In einer sehr guten Qualität. Er war zu dieser Zeit so niedrig, dass in großen Herkunftsländern Bauern den Anbau aufgegeben haben.
Plötzlich zog die Nachfrage an und der Preis ging langsam nach oben. Erst auf 150 Euro und dann jedes Jahr 50-100 Euro pro kg mehr. Letztes Jahr lag er bei knapp 300 Euro/kg.
Alle erwarteten damals, dass der Preis sich wieder normalisieren, sprich sinken würde.

Wie wir jetzt sehen, kam es anders. Erstens fiel die Ernte in dem Hauptanbauland Madagaskar gering aus. Zweitens stieg die Nachfrage – insbesondere durch die größer werdende Mittelschicht in Schwellenländern.
Beides zusammen bedingte dann drittens, dass Käufer nervös und Händler gierig wurden.
Als die Händler merkten, dass der Vanillepreis von Woche zu Woche stieg fingen sie an, Ware zurück zu halten und weiter künstlich zu verknappen.
Einige große Unternehmen, die unbedingt Vanille für ihre Produktion benötigten, begannen fast jeden Preis zu zahlen.
Im Moment kaufen große Unternehmen komplette Ernten im Voraus auf.

Ich habe heute mit einem Gewürzimporteur gesprochen. Der Markt ist so leergefegt, dass bis zu 1.500 Euro/kg verlangt werden. 800 Euro/kg ist gerade üblich.

Vanille braucht niemand auf dieser Welt, um zu überleben. Insofern ist es kein Drama, wenn der Preis explodiert.

Die gleichen Mechanismen greifen aber auch bei Grundnahrungsmitteln, wenn die Umstände entsprechend sind. Und diese Umstände treten aufgrund einer steigenden Weltbevölkerung gepaart mit Ernteeinbrüchen (Klimawandel) immer häufiger ein. Während wir uns die höheren Preise im Zweifel leisten können, sind sie für Menschen in ärmeren Teile der Welt lebensbedrohend.